Digitalisierung, Autonomie, Effizienz, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung – keine neuen Themen für die Landwirtschaft, doch wie können diese Bereiche optimal zueinander gebracht werden? Wie sehen die Maschinen in 2030 aus? Welche Rolle spielt das Thema Vernetzung und welche die Ebene „Audio“? Dazu haben wir uns mit zwei Unternehmen aus der Kreativbranche unter dem Namen „CIRCON“ zusammengefunden und innerhalb von drei Monaten, mit dem Ansatz einer ganzheitlichen Gestaltung, die Case Study „CIRCON – Landwirtschaft 2030“ entwickelt.
Bisher gab es in der Landtechnik nur eine Richtung – größer, schneller, stärker – und damit auch gleichzeitig komplexer und kostenintensiver. In der Case Study wird Bewehrtes und Neues zusammengebracht, damit die Technik prozessoptimiert und einfacher werden kann. Die Leistung wird systembezogen bereitgestellt, sodass jede der autonomen Maschinen mit einem Minimum an Kinematik und Mechanik auskommt und trotzdem zuverlässig und effizient arbeitet.

Diese autonome Maschine ist sehr kompakt gestaltet und mechanisch niederkomplex. Die 4-spurigen Fahreinheit haben einen direkten Radmotor und sind durch die gelenkte Zwillingsachse extrem wendig. Da zu erwarten ist, dass zum Beispiel der Ernteprozess auch in Zukunft weiterhin witterungsbedingt zeitkritisch bleibt, sind die Maschinen so groß gehalten, dass auch das einzelne Fahrzeug noch leistungsfähig ist. Ein Rudel von 5 – 6 Einheiten würde einen heutigen Mähdrescher der obersten Leistungsklasse ersetzen. Das Rudel kann je nach Bedarf in der Gruppengröße angepasst werden. Fällt eine der Maschinen aus, so stehen weiterhin rund 80% der Leistung zur Verfügung. Zudem werden sowohl Vorteile für den Wildschutz als auch in Sachen Skalierbarkeit für die unterschiedlichsten Anforderungen der Landwirte gesehen.

Anders als bei den heutigen Mähdreschern, hat der CIRCON Mähdrescher einen nahezu unkomprimierten Gutfluss. Dies schont die Maschine, verbraucht weniger Energie und erhält die Qualität des Ernteguts – denn weniger Kompression bedeutet hier weniger Bruchkorn und eine höhere Strohqualität. Ebenso spart die Abfüllung des Ernteguts in dafür vorgesehene BigBags Energie. Die Idee: Die vollen BigBags werden auf dem Feld einfach abgestellt und die Information automatisch an die autonomen Teleskoplader weitergegeben. Der skizzierte Konzeptausschnitt zeigt neben dem CIRCON Mähdrescher auch Geräteaufbauten zum Ballen pressen, zur Bodenbearbeitung und zur Aussaat, die miteinander agieren und kommunizieren.

Aufgrund der Außenbreite von 2,50 m wären die Arbeitseinheiten jederzeit ohne Umbauten straßenverkehrstauglich.

Die Arbeitseinheiten lassen sich senkrecht und damit platzsparend parken. Um den vielfältigen Anforderungen in der Landwirtschaft gerecht zu werden, gibt es neben der 4-spurigen Fahreinheit auch eine 2-spurige, gelenkte Fahreinheit.

So könnte die Nutzeroberfläche auf dem Smartphone oder dem Tablet des Betriebsleiters aussehen – Wetterwarnungen inklusive.
Mit Kenntnis aller Feld-, Wetter-, Maschinendaten und ähnlichem kann das System Vorschläge zum effizientesten Flotteneinsatz machen und den Landwirt somit intelligent unterstützen. Auch hier kommt die Designer-Expertise zum Zug: Jede Funktionsgruppe hat ihren individuellen Farbkanon, um dem Nutzer eine klare Übersicht zu geben und eine intuitive Bedienung zu ermöglichen. So sind Maschinendaten stets blau, Schlagdaten orange eingefärbt. Für das Monitoring und die Steuerung der Flotte sieht CIRCON Vorteile bei der Augmented Reality Technologie. Weitere Szenarien sehen die Überwachung und Steuerung flexibel über das Tablet oder dem Smartphone vor. Ein Vorteil: Diese Erweiterung der Arbeitssituation mit allen Maschinenparametern ermöglicht die Einbindung von Wetterdaten oder Marktpreisen – um schon während der Ernte Verkaufs- bzw. Einlagerungsempfehlungen geben zu können.
Neu daran ist, dass die fiktive Marke „CIRCON“ – akustisch erkennbar – übersetzt ist. Spezielle, wiedererkennbare Klänge und Signaltöne verstärken nicht nur die Markenidentität, sondern auch die jeweiligen Interface-Aktionen – z. B. bestätigend oder warnend. Ebenso werden alle Maßnahmen mit Tönen quittiert – wie man es beispielsweise von selbstfahrenden Maschinen bereits heute schon kennt. Das Konzept, dass hinter CIRCON steht, ist in Kombination mit weiteren Arbeitseinheiten auch in Bereichen wie Logistik, Tourismus und im Kommunalbereich denkbar.
Wir arbeiteten mit den Kooperationspartnern Human Interface Design (User Interface) sowie Hanfland und Freunde (Audio Branding) zusammen, um ein ganzheitliches Gesamtkonzept und eine für alle Sinne wahrnehmbare, hochwertige Gestaltung zu erreichen. Wir wollen mit der Case Study durch eine ganzheitliche Gestaltung Mehrwerte für den Nutzer und Denkanstöße für die Hersteller aufzeigen.
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